Aale richtig töten – schnell und waidgerecht

Aale richtig töten

Scheinbar gibt es unter Anglern immer noch große Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen darüber, wie man denn Aale waidgerecht und fachmännisch zu töten hat. Klar ist, dass sich die Betäubung und Tötung eines Aals von der eines anderen heimischen Fisches, wie z.B. Forelle oder Hecht, unterscheidet. In diesem Artikel erklären wir Dir, wie Du einen Aal richtig tötest und welche Fehler Du unbedingt vermeiden solltest.

So tötest Du Aale richtig und waidgerecht

Für die korrekte Tötung eines Aals ist der Genickstich notwendig. Dabei wird die Wirbelsäule hinter dem Kopf durchtrennt und der Fisch stirbt sofort. Alle anderen Methoden, die im weiteren Verlauf des Artikels auch noch genannt werden, führen nicht entsprechend zum gewünschten Ergebnis und sind in Deutschland in der Regel sogar verboten. Wird der Genickstich nicht angewendet, dann leidet das Tier unnötig und wird dadurch regelrecht gequält. Da dies in keinem Fall die Absicht von uns Anglern sein sollte, solltest Du den waidgerechten Genickstich beherrschen.

Muss ein Aal betäubt werden?

Aale und Plattfische sind in Deutschland ein Ausnahmefall. Das Betäuben, Schlachten und Töten von gefangenen Fischen unterliegt in Deutschland der gesetzlich verankerten Tierschutz-Schlachtverordnung – kurz „TierSchlV“. Dort ist unter §12 Betäuben, Schlachten und Töten folgendes zu lesen:

Muss ein Aal vor dem Töten betäubt werden?

„(10) Wer einen Fisch schlachtet oder tötet, muss diesen unmittelbar vor dem Schlachten oder Töten nach Maßgabe der Anlage 1 Nummer 9 betäuben. Abweichend von Satz 1 dürfen

  1. Plattfische durch einen schnellen Schnitt, der die Kehle und die Wirbelsäule durchtrennt, und
  2. Aale, wenn sie höchstens bis zu einer Zahl von 30 Tieren pro Tag gefangen und verarbeitet werden, durch einen die Wirbelsäule durchtrennenden Stich dicht hinter dem Kopf und sofortiges Herausnehmen der Eingeweide einschließlich des Herzens

ohne vorherige Betäubung geschlachtet oder getötet werden.“

Dies ist nicht ohne Grund gesetzlich vorankert. Wenn Du schon mal mit einem erfahrenen Aalangler gesprochen hast, dann wird er Dir schnell berichten, dass es sehr schwer sein kann, einen Aal zu betäuben. Durch den Versuch einer Betäubung würden den Aalen in den meisten Fällen mehr Schmerzen zugefügt werden, als dass eine tatsächliche Betäubung stattfinden würde. Der Genickstich erfolgt kurz und schmerzlos, auch wenn das sehr brutal klingt.

Messer oder Aaltöter zum Töten von Aalen verwenden?

Aaltöter oder Messer verwenden?

Der Genickstich mag gelernt sein und benötigt bei unerfahrenen Anglern manchmal ein wenig Übung. In solchen Fällen kann ein sogenannter Aaltöter hilfreich sein. Einen solchen Aaltöter findest Du in jedem guten Angelladen oder natürlich im Internet. Die meisten Modelle kosten rund 5€ bis 10€. Mit einem Aaltöter kannst Du den Fisch etwas besser fixieren und einen gezielteren Genickstich durchführen, als dir dies mit einem Messer vielleicht gelingen mag. Wichtig ist, dass Du tief genug stichst und die Wirbelsäule durchtrennst.

Wenn Du den Genickstich auch mit einem Messer gut beherrschst, dann spricht natürlich nichts gegen die Verwendung eines scharfen Messers. Übrigens entfernst Du den Haken vom Aal erst dann, wenn er bereits getötet wurde. Ansonsten verursachst Du unnötige Schmerzen.

Handtuch zum Fixieren des Aals verwenden

Weil des Fixieren eines Aals wegen der schleimigen Haut extrem schwierig sein kann, kannst Du dafür ein altes Handtuch verwenden. Damit bekommst Du den Aal besser in den Griff und kannst somit einen gezielten Genickstich vornehmen.

Aale waidgerecht mit Handtuch und Genickstich töten

Tote Aale bewegen sich auch nach dem Tod

Aber Vorsicht, Aale bewegen sich auch noch nach dem Tod, wie Du das vielleicht von anderen Fischen kennst. Grund dafür sind bestimmte Nerven, die nach dem Tod weiterhin aktiv sein können und gewisse Zuckungen verursachen. Aber keine Sorge, bei einem waidgerechten und guten Genickstich ist der Fisch tot und verspürt somit keinen Schmerz mehr, auch wenn er sich noch bewegt.

Du solltest auf jeden Fall aufpassen, dass der Fisch nach dem Tod nicht „verschwinden kann“. Also nicht direkt am Ufer die toten Aale lagern, ansonsten sorgen unter Umständen die Nervenzuckungen dafür, dass sich dein Fang verabschiedet. In einem sauberen Eimer sind die toten Aale gut untergebracht.

Aalblut ist giftig

Wenn Du den Fisch tötest und ausnimmst, dann achte darauf, dass kein Aalbut in offene Wunden, Augen oder ähnliches gelangt. Das Aalblut ist giftig und kann Entzündung sowie weitere Probleme verursachen. Beim Töten und Ausnehmen ist also Vorsicht geboten, auch bereits bei kleineren Wunden an den Fingern.

Aale richtig töten – So geht es nicht!

Beschäftigst Du dich mit dem Thema Aale waidgerecht töten, dann wirst Du auf die kuriosesten und vor allem schlimmsten Methoden aufmerksam gemacht. Die folgenden Methoden, die nun hier aufgeführt werden, sind Tierquälerei, gesetzeswidrig, strafbar und haben in der Angelei keinerlei Berechtigung verdient.

Fehler beim Töten von Aalen

Solltest Du diese oder ähnliche Methoden in der Praxis tatsächlich bei anderen Anglern beobachten, kannst Du jederzeit den Eigentümer des Gewässers, Fischereiaufseher, Pächter oder auch die Polizei informieren:

  • Schleudern: Manche Aalangler packen den Aal mit einem Handtuch und versuchen anschließend, ihn mit viel Schwung mit dem Kopf auf harten Grund zu schlagen, um ihn zu töten.
  • Ersticken: Den gefangenen Aal einfach dem Wasser entnehmen und ohne waidgerechte Tötung, beispielsweise in einem kleinen Eimer, durch Sauerstoffentzug qualvoll ersticken lassen.
  • Kohlensäurehaltiges Wasser im Eimer: Der Aal wird in einen Eimer geschmissen, in dem sich Wasser mit Kohlensäure befindet. Dadurch stirbt das Tier auf schreckliche Art und Weise.
  • Ausbluten durch falsches Töten: Oft wird bei der korrekten Tötung von Aalen fälschlicherweise ein Herzstich oder Kiemenstich empfohlen. Das ist nicht waidgerecht und führt dazu, dass der Fisch nicht selten qualvoll ausblutet, statt sofort zu sterben.
  • In Salz einlegen: Wohl eine der brutalsten Methoden, einen Aal zu töten. Das Salz löst beim Fisch eine Reaktion aus, an der er nur sehr langsam und gleichzeitig unter starken Schmerzen sterben wird.

Aal richtig ausnehmen

Nachdem Du nun weißt, wie ein Aal waidgerecht zu töten ist, solltest Du auch das richtige Ausnehmen eines Aals beherrschen. Über das giftige Aalblut wurdest Du bereits aufgeklärt, das solltest Du auf jeden Fall beachten.

Ansonsten gibt es beim Ausnehmen bis auf eine Kleinigkeit nicht viel zu berücksichtigen. Grundsätzlich erfolgt das Entnehmen der Organe wie bei den meisten anderen Fischen.Achte nur darauf, dass Du zwar am Waidloch einschneidest, aber nicht direkt nach oben in Richtung Kopf schneidest.

Aale richtig ausnehmen

Stattdessen schneidest Du wenige Zentimeter (etwa 2-3cm) in die andere Richtung, damit Du die sich dort befindende Niere inklusive Blutfaden entfernen kannst. Diese wirst Du beim Ausnehmen schnell entdecken. Liegt die Niere nach dem Aufschneiden frei, so greifst Du sie und kannst in der Regel alle Organe in einem Griff entfernen. Ansonsten solltest Du so wie bei jedem anderen Fisch auch vorgehen und beispielsweise die Galle beim Ausnehmen nicht verletzen.

Aale korrekt töten und ausnehmen ist kein Hexenwerk

Das richtige Töten von Aalen ist eigentlich nicht schwierig. Leider scheinen es manche Angler im Vorbereitungskurs zur Prüfung nicht korrekt gelernt zu haben. Schlimm ist es vor allem dann, wenn die Aale unnötige Schmerzen erleiden müssen. Denn dass jemand die falsche Methode beim Töten verwendet, nur um dem Tier Schmerzen zuzufügen, das möchte ich keinem Angler unterstellen.

Wenn Du auch zu den Anglern gehören solltest, die Aale bislang immer unwissend falsch und dadurch strafbar getötet haben, bist Du nun hoffentlich etwas schlauer. In diesem Artikel zeigen wir Dir auf jeden Fall das richtige und waidgerechte Vorgehen, um Aale fachmännisch zu töten.